Unser Physiklehrer Richard Repscher und unser Chemielehrer Martin Engerer haben unser Projekt betreut. Bei der Umsetzung der Infrarot-Kommunikation fĂŒr das Modell haben wir privat die Hilfe von Hartmut Schott in Anspruch genommen. Die komplette Software, Elektronik und Idee stammt von uns. Das Foto des Infrarot-Sensors im Abschnitt 5 ist mit der Erlaubnis von Patrick Jahn (http://www.info-lsa.de) eingebunden.
Anbei liegt eine CD, welche unsere Simulationssoftware enthĂ€lt, die unten erklĂ€rt wird. Zur AusfĂŒhrung muss Python 2.4 und PyQT3 installiert sein. Wenn Diagramme angezeigt werden sollen, muss zusĂ€tzlich die «matplotlib» mit GTK-Backend installiert sein. Die Software ist momentan nur unter Linux lauffĂ€hig. Zuerst ist das Programmverzeichnis auf die Festplatte zu kopieren. Dann kann in diesem per Doppelklick auf die Datei «simulation.py» oder ĂŒber die Eingabe von «./simulation.py» in der Konsole das Programm gestartet werden.
Wer kennt das nicht? Ewige Wartezeiten an einer roten Ampel aber weit und breit kein Auto. Doch auch an etwas stÀrker befahrenen Kreuzungen sind Wartezeiten oftmals unnötig hoch.
Denn wenn zum Beispiel alle Autos an einer Ampel weggefahren sind, erhalten andere Fahrzeuge nicht umgehend grĂŒn, da festgelegte Schaltzeiten verwendet werden.
Wir haben uns das Ziel gesetzt dieses Problem zu lösen.
Zu diesem Zweck haben wir eine Ampelschaltung konzipiert, welche die Anzahl, die Wartezeit und die Relevanz der Verkehrsteilnehmer berĂŒcksichtigt.
Hierdurch wird es möglich einen optimalen Vehrkehrsfluss zu erreichen.
Jeder einzelne Verkehrsteilnehmer kann somit wertvolle Zeit sparen. AuĂerdem wird dadurch auch Treibstoff eingespart. Jede Stunde, die der Motor im Leerlauf verbringt, kostet rund einen Liter Kraftstoff. Bei durchschnittlicher WartezeitverkĂŒrzung von rund 20 Sekunden, ungefĂ€hr 2000 Ampelstopps im Jahr pro Auto und 50 Millionen Fahrzeugen in Deutschland ergibt das eine Kraftstoffersparnis von 556 Millionen Litern pro Jahr fĂŒr ganz Deutschland. Damit verbunden ist eine enorme Umweltentlastung und Geldersparnis. Das Feinstaub-Aufkommen lieĂe sich durch den Einsatz einer intelligenten Ampelschaltung um bis zu 20% senken.
Desweiteren arbeitet unser System eigenstÀndig. Damit ist gemeint, dass es selbststÀndig die optimale Verteilung des Verkehrs ermitteln kann.
Ein Umbau der Fahrzeuge beispielsweise durch die AufrĂŒstung mit einem Funkchip ist nicht nötig, jeder Verkehrsteilnehmer wird anonym erkannt.
Allerdings schlieĂt dies nicht die Möglichkeit der Verwendung dieser Chips aus.
Durch, in Zukunft mögliche, intelligente DatenĂŒbertragung zwischen den einzelnen Fahrzeugen lieĂe sich das System durchaus erweitern.
Die bisherige Intelligenz unserer Schaltungsmethode soll nur der Grundstein eines perfekten Verkehrssystems sein.
Umgesetzt haben wir den Ampelschaltungsalgorhytmus mittels einer Simulationssoftware und einem Modell. Die Software simuliert Verkehrssituationen und soll die Effizienz der modernisierten Schaltung verdeutlichen. Das Modell hingegen dient zur verstÀndlichen Veranschaulichung des Systems.
Die Geschwindigkeitsvorteile werden dadurch erreicht, dass die Position und Anzahl der Fahrzeuge und Personen an der Ampel ĂŒberwacht wird, und nach folgendem Berechnungsschema die Reihenfolge der GrĂŒnschaltung bestimmt wird:
Jedem Verkehrsteilnehmer wird zuerst eine AusgangsprioritÀt zugeordnet.
Ist ein Polizei-/Feuerwehr-/Krankenwagen nicht im Einsatz, wird er auch nicht als solcher erkannt, folglich wird er dann als normales Auto behandelt.
| Art | AusgangsprioritÀt |
|---|---|
| FuĂgĂ€nger/FahrrĂ€der | 5 |
| Normales Auto | 10 |
| Bus | 50 |
| Rettungswagen im Einsatz | 999 |
Die PrioritĂ€t wird nach festgelegtem Intervall erhöht, damit die Wartezeit mit einbezogen wird. Dadurch ist ein FuĂgĂ€nger der vielen Autos gegenĂŒber steht nach gewisser Wartezeit wichtig genug, um ebenfalls die StraĂe ĂŒberqueren zu dĂŒrfen. Hat ein FuĂgĂ€nger beispielsweise 10 Sekunden gewartet, erhöht sich seine PrioritĂ€t auf 10 und er hat die gleiche Wichtigkeit wie ein Auto. Nach 20 Sekunden hat er eine PrioritĂ€t von 15. Polizei, Krankenwagen und Feuerwehr haben immer Vorfahrt, auch wenn sie der PrioritĂ€t nach unterlegen wĂ€ren.
| PrioritÀt nach | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Art | 10s | 30s | 60s | 90s | 120s |
| FuĂgĂ€nger/FahrrĂ€der | 10 | 20 | 35 | 50 | 65 |
| Normales Auto | 20 | 40 | 70 | 100 | 130 |
| Bus | 100 | 200 | 350 | 500 | 650 |
| Rettungswagen im Einsatz | 999 | 999 | 999 | 999 | 999 |
Anhand der PrioritĂ€t der einzelnen Verkehrsteilnehmer errechnet sich die GesamtprioritĂ€t an einer Ampel. Dann werden die GesamtprioritĂ€ten der unterschiedlichen Ampeln miteinander verglichen und so die Reihenfolge der GrĂŒnschaltung bestimmt.
Dabei ist ein sinnvolle Kombination aus grĂŒnen Ampeln zu beachten. Unsere Ampelschaltung prĂŒft deshalb, ob die GrĂŒnschaltung einer Ampel in Konflikt mit einer anderen treten wĂŒrde.
Damit, wenn auf zwei Seiten der Kreuzung gleich viele Autos stehen, nicht bei beiden Seiten abwechselnd nur ein Auto fahren darf (Seite A: Auto fĂ€hrt weg, PrioritĂ€t sinkt => Seite B erhĂ€lt grĂŒn, Auto fĂ€hrt weg, PrioritĂ€t sinkt => Seite A erhĂ€lt grĂŒn usw.) gibt es eine Mindestanzahl an durchzulassenden Autos, die relativ zur Gesamtanzahl steht. Das hat zur Folge, dass wenn ein Stau ist, z. B. 15 Autos auf einmal fahren dĂŒrfen, bis die gegenĂŒberliegende Seite grĂŒn erhĂ€lt (vorausgesetzt, sie hat eine höhere PrioritĂ€t natĂŒrlich). Wenn kein Stau ist, ist die Mindestanzahl geringer. So kann ein Stau schnell abgebaut werden, da unnötige Gelbzeit und Anfahrzeit wegfĂ€llt, wenn kein Stau ist, mĂŒssen die Autos aber trotzdem nicht zu lange warten.
Da unsere Ampelschaltung Rettungswagen sofort grĂŒn schaltet, und folglich den anderen Autos rot gibt, wird die Verkehrssicherheit bedeutend erhöht. So ist ausgeschlossen, dass andere Verkehrsteilnehmer die Rettungswagen ĂŒberhöhren/-sehen, das heiĂt sie können sich zu 100% an dem Ampelsignal orientieren. So wird die Unfallwahrscheinlichkeit herabgesetzt.
Ampel 1: Ein 30s wartendes Auto und ein Bus, der frisch dazugekommen ist.
Ampel 2: Ein Polizeiwagen.
Ampel 3: Drei FuĂgĂ€nger, die jeweils eine Minute warten.
Daraus wird die GesamtprioritÀt errechnet:
Ampel 1: 90
Ampel 2: 999
Ampel 3: 105
Zuerst bekommt Ampel 2 grĂŒn (Polizei hat immer Vorfahrt), anschlieĂend wird Ampel 3 grĂŒn geschaltet, da sie die nĂ€chsthöhere PrioritĂ€t hat (die FuĂgĂ€nger warten schon sehr lange).
Auf der folgenden Seite ist ein Verlaufs-Diagramm der Anzahl an wartenden Objekten bei einer normalen Ampelschaltung zu sehen (Bild 2.2a).
Simuliert wird ein plötzlich hohes Verkehrsaufkommen. Wie abzulesen ist, steigt die Anzahl an Autos erst, wĂ€hrend einer GrĂŒnphase fĂ€llt sie dann wieder ab, anschlieĂend steigt sie wieder. Das hat damit zu tun, dass bei gĂ€ngigen Ampelschaltungen jede Ampel nach festgelegtem Schema geschaltet wird. Auf einer Seite ist also ein plötzlicher Abbau zu verzeichnen, auf den anderen staut sich wĂ€hrenddessen eine Kette von Autos auf. Im Vergleich dazu der Verlauf bei unserer intelligenten Ampelschaltung (Bild 2.2b):
Genauso wie bei der normalen fĂ€llt die Anzahl an Autos nach einer GrĂŒnphase plötzlich ab — die Anzahl an wartenden Autos steigt jedoch nicht mit jedem Durchgang. Der Grund ist, das gleichmĂ€Ăig zwischen den Ampeln abgewechselt wird, und Spuren, an denen keine Autos warten, auch nicht grĂŒn erhalten. Das verkĂŒrzt nicht nur die Wartezeit fĂŒr die Autos, sondern baut auch Staus schneller ab oder verhindert zumindest eine VergröĂerung dieser.
Die Wartezeiten bei hohem Verkehrsaufkommen sind aus dem links stehenden Diagramm (Bild 2.2c) ablesbar.
Die grĂŒnen Balken stehen fĂŒr die Autos, blaue fĂŒr FuĂgĂ€nger und rote fĂŒr den Durchschnitt aus beiden. Es lĂ€sst sich erkennen, dass sowohl die maximalen Wartezeiten als auch die Durchschnittswartezeiten bei beiden Ampelschaltungen Ă€hnlich sind. Das liegt an der Tatsache, dass bei vielen gleichmĂ€Ăig verteilten Autos die Effizienz der intelligenten Schaltung abnimmt. Allerdings muss man betonen, dass auch hier ein Unterschied von rund 20 Sekunden erreicht wird. Eine normale Ampelschaltun schaltet stur im Kreis, ohne die Anzahl der Autos zu beachten. Unsere schaltet punktuell und effizient, und baut somit groĂe Zahlen an Autos deshalb schneller ab, weil diese zuerst grĂŒn erhalten.
Ihr volles Potenzial kann unsere optimierte Ampelschaltung erst bei niedrigem Verkehrsaufkommen entfalten (Bild 2.2d):
Kommt es hĂ€ufig vor, dass die Vehrkehrsbelastung nicht maximal ist, erkennt man, dass vor einzelnen Ampeln keine Fahrzeuge warten. Nun ist es unnötig auch diesen eine GrĂŒnphase zu vergeben. Eine Standardampel macht nun aber genau dies, sie schaltet auch Spuren auf denen sich keine Autos befinden grĂŒn. Durch eine intelligente Ampelschaltung wird nur Ampeln mit wartenden Verkehrsteilnehmern grĂŒn geschaltet. Eine sehr Ă€hnliche Effizienz lĂ€sst sich durch unsere Ampelschaltung bei von einer Richtung kommendem Verkehr zeigen, es kann annĂ€hernd allen anfahrenden Autos umgehend grĂŒn geschaltet werden.
FĂŒr GroĂstĂ€dte ist es ĂŒblich, dass morgens sehr viele Autos in die Stadt hineinfahren und Abends diese wieder verlassen, weil Pendler, die auĂerhalb der Stadt wohnen, ihren Arbeitsplatz aufsuchen. Wir haben das simuliert, indem wir einen GroĂteil der Fahrzeuge aus einer Richtung haben kommen lassen (Bild 2.2e).
Die Verteilung der Autos vor den unterschiedlichen Ampeln ist folglich sehr ungleichmĂ€Ăig. Das bedeutet fĂŒr eine Ampelschaltung, die die Anzahl der Autos an einer Spur nicht ĂŒberwacht zwingend einen massiven Zeitverlust. Unsere Ampelschaltung hingegen hat es einfach: Sie schaltet einmal die Seite, aus der die Autos kommen grĂŒn und behĂ€lt diese Einstellung bei, bis sie wegen der Autos auf anderen Spuren umschalten muss. Das bedeutet, dass wenn viele Autos auf einmal aus einer Richtung kommen, diese praktisch freie Fahrt haben.
Dies zeigt sich auch an nebenstehendem Verlaufsdiagramm (Bild 2.2f): Die intelligente Schaltung lÀsst keinen Stau entstehen.
Da wir momentan nicht die Möglichkeit haben, unsere Ampelschaltung praktisch umzusetzen, haben wir eine Simulationssoftware geschrieben, die fĂ€hig ist, unsere verbesserte Ampelschaltung mit einer realen in einer einstellbaren Beispielverkehrssituation zu vergleichen. Dabei werden automatisch Statistiken und Diagramme (siehe 2.2) erstellt. Das VerhĂ€ltnis der unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer (normales Auto, Bus, Polizei, FuĂgĂ€nger) und ein Zeitraffer sind einstellbar. Auch die Richtung aus der die Autos kommen und zu der sie fahren lĂ€sst sich konfigurieren, genauso wie das Verkehrsaufkommen.
Die Ampelschaltung ist unabhĂ€ngig von dem Aufbau der Kreuzung, das heiĂt wenn die Kreuzung beispielsweise nur 2 Spuren hĂ€tte, wĂŒrde die Ampelschaltung trotzdem einsetzbar sein.
Die Simulationssoftware ist in der Programmiersprache Python 2.4 umgesetzt, verwendet zur grafischen Ausgabe QT3 und ist momentan nur unter Linux lauffÀhig. Sie erstellt mittels der "matplotlib" automatisch Diagramme und Statistiken.
Um unsere Idee besser veranschaulichen zu können, haben wir ein 3m2 groĂes Modell (Bild 4.a) aufgebaut, das eine vereinfachte Verkehrssituation darstellt. Auf der Modellplatte sind schwarze Spuren (Bild 4.b) eingezeichnet, die von unseren Modellautos verfolgt werden. Auf die Platte haben wir Strichcodes geklebt, in denen die aktuelle Position kodiert ist. Anhand der Strichcodes können die Autos ihre Position auf dem Kreis erkennen.
Auf der Platte befinden sich 8 Ampeln, 4 davon fĂŒr FuĂgĂ€nger. Diese Ampeln werden von einer zentralen Steuerungselektronik (Bild 4.1a) ĂŒberwacht. Die Steuerungselektronik setzt dabei unsere verbesserte Ampelschaltung ein. Die Elektronik besteht - genauso wie die der Autos - im wesentlichen aus einer Mikrocontroller-Schaltung (ATMega8), programmiert mit C. Um mit den Autos kommunizieren zu können, sind auf einem "Funkturm", welcher 50cm in die Höhe ragt, mehrere Infrarotmodule installiert, welche die komplette Platte abdecken.
Wollte man diese Steuerungselektronik auf die RealitĂ€t ĂŒbertragen, was von der Theorie her möglich wĂ€re, mĂŒsste man deren Ausfallsicherheit natĂŒrlich erhöhen, da in der Praxis bei Ampelschaltungen sehr hohe Standards gefordert sind. Das lĂ€sst sich durch weniger anfĂ€llige Elektronik, die maschinell zusammengebaut wurde und mehrere Einheiten, die sich gegenseitig ĂŒberprĂŒfen, realisieren.
Die Autos (Bild 4.2a) waren ferngesteuerte Spielzeugautos, in die wir unsere eigene Elektronik integriert haben. Sie können die Linie jetzt autonom verfolgen, unabhĂ€ngig von einem PC oder einer fernsteuernden Person. An der Unterseite haben sie 6 Fototransistoren, um die schwarze Spur auf der Bodenplatte verfolgen zu können. Die Autos sind mit einer Infrarot-Schnittstelle ausgerĂŒstet, um ihren Status an die Steuerungselektronik weitergeben zu können und von dieser Befehle zu erhalten.
Man kann unsere Simulation auf eine beliebig aufgebaute Verkehrssituation in die RealitĂ€t ĂŒbertragen. Die Erkennung der Autos und FuĂgĂ€nger funktioniert dann am besten ĂŒber sogenannte Infrarot-Sensoren (Bild 5.a). Diese werden direkt bei der Ampel und zusĂ€tzlich in einiger Entfernung zur Ampel aufgestellt (Bild 5.b), damit man die Anzahl und Position der Autos ĂŒberwachen kann.
Der Infrarot-Sensor B zĂ€hlt die vorbeifahrenden Autos. Dann kann, wenn die Ampel rot ist, davon ausgegangen werden, dass sich die gezĂ€hlte Anzahl an Autos direkt vor der Ampel befindet. An der Ampel selbst ist ein weiterer Sensor A montiert, um bei GrĂŒnschaltung die Anzahl der tatsĂ€chlich vorbeigefahrenen Autos zu ermitteln. Es muss darauf geachtet werden, dass Sensor B von Sensor A maximal soweit entfernt ist wie die nĂ€chste Abzweigung. Andernfalls könnten Autos gezĂ€hlt werden, die dann abbiegen, bevor sie die Ampel erreichen.
Normalerweise werden fĂŒr den Zweck des AutozĂ€hlens in den Boden eingelassene Induktionsschleifen verwendet, die groĂe MetallgegenstĂ€nde erkennen können. Diese sind jedoch nicht geeignet um FuĂgĂ€nger zu registrieren. Ohnehin werden heutzutage immer hĂ€ufiger Infrarot-Sensoren eingesetzt, weil diese einfacher zu installieren sind. Wird eine bestehende Kreuzung umgerĂŒstet, und sind bereits Induktionsschleifen in den Boden eingebaut, können diese natĂŒrlich statt Infrarot-Sensoren verwendet werden. Infrarot-Sensoren haben den Nachteil, dass sie nicht ganz so sicher gegen Vandalismus und zum Beispiel herabfallende Ăste von BĂ€umen sind. Im schlimmsten Fall fĂŒhrt das dazu, dass sie die Autos nicht mehr korrekt erkennen.
Angenommen, es wĂŒrde jemand bewusst gegen die Verkehrsregeln verstoĂen, und versuchen, die ZĂ€hlung der Autos zu manipulieren, könnte er entgegen der normalen Fahrtrichtung an Sensor A vorbeifahren, wenden und erneut an Sensor A vorbeifahren. Die Ampelschaltung wĂŒrde das als zweimaliges Wegfahren von Autos aus dem zu erfassenden Bereich erkennen. Da diese Fahrweise jedoch nur möglich ist, wenn kein anderes Auto im Weg ist, die Anzahl an Autos also gleich 0 ist, wĂŒrde die Anzahl an Autos auf unter 0 sinken - da das nicht möglich ist, kann die Ampelschaltung ein solches Problem erkennen und normal weiterarbeiten. Mehr Probleme gibt es, wenn jemand bei Sensor B im Kreis fĂ€hrt: Es wĂŒrden immer mehr Autos gezĂ€hlt werden, die in den zu erfassenden Bereich hereinfahren, aber nicht wieder rausfahren. Dieses Problem lĂ€sst sich nur vermeiden, wenn man direkt neben Sensor B einen Sensor C installiert, der auch die Fahrtrichtung der Autos bestimmt. Da im Normalfall von einer solchen Situation jedoch nicht auszugehen ist, kann man sich diesen Aufwand sparen.
Um Polizeiwagen, Feuerwehr, Krankenwagen oder Busse von normalen Autos unterscheiden zu können, mĂŒssen diese Sender enthalten. Das ist bei Bussen bereits eine gĂ€ngige Vorgehensweise, da diese schon oftmals grundsĂ€tzlich zuerst grĂŒn erhalten. Die Signale solcher Sender werden ĂŒber sogenannte IR-Baken erkannt.
Das ZĂ€hlen der FuĂgĂ€nger ist in der Praxis nicht ganz einfach zu realisieren, wir haben deshalb unterschiedliche AnsĂ€tze entwickelt:
LĂ€sst man das ZĂ€hlen der FuĂgĂ€nger ganz weg, fĂ€llt der Vorteil der PrioritĂ€tsberĂŒcksichtigung bei diesen weg. Man könnte, je nach PrĂ€senz der Ampel, eine feste Anzahl an FuĂgĂ€ngern annehmen, die dem Durchschnittswert entspricht. An einer schwach ĂŒberquerten Ampel könnte das einer Person entsprechen, an einer Ampel mitten in der Stadtmitte einer GroĂsstadt sind es vielleicht 10 FuĂgĂ€nger. Die Ampel geht dann so vor, dass sie mittels Druckknopf oder Infrarot-Sensor nur das Vorhandenseiten mindestens eines FuĂgĂ€ngers feststellt, und die Anzahl schĂ€tzt.
Viele Ampeln sind per GPRS an das Handy-Netz oder an eine Verkehrsleitzentrale angebunden um im Fehlerfall (z. B. kaputte Lampe) eine Ausfallmeldung absetzen zu können. Diese schon vorhandene Verbindung lĂ€sst sich theoretisch auch fĂŒr den Internetzugang nutzen. LĂ€dt eine Ampelschaltung regelmĂ€Ăig Befahrenheitsstatistiken ins Internet, können diese von Navigationssystemen genutzt werden, um den Verkehrsfluss gleichmĂ€Ăiger zu verteilen. Erkennt ein Navigationssystem eine stark befahrene und eine schwach befahrene Kreuzung an Ă€hnlichen Wegstrecken kann es die schwach befahrene bevorzugen.
Da Busse mittels der oben beschriebenen Technik bevorzugt werden, kann die Ampelschaltung diese getrennt registrieren und z. B. ĂŒber GPRS Informationen an einen Busbahnhof ĂŒber deren Aufenthaltsort weitergeben.
Unsere Simulation umfasst nur eine Kreuzung. Koppelt man mehrere Kreuzungen aneinander, kann Autos, die bereits bei Kreuzung A grĂŒn bekommen haben und in voller Fahrt sind in Kreuzung B eine höhere PrioritĂ€t eingerĂ€umt werden, was zu einer grĂŒnen Welle fĂŒhrt. Somit wird Energie und Zeit gespart.